Die Mühle

Erste menschliche Ansiedlungen entstanden an Gewässern wie Seen, Flüssen oder Teichen. Auch Eckstedt entstand vor über 800 Jahren an der Gramme und dem angrenzenden Teich mit dem noch heute bekannten Namen Brauteich.
Gutes Ackerland und der folgliche Ackerbau waren wichtig für die Ernährung. Es wurde Getreide angebaut. Für das Mahlen der Körner zu Mehl entstanden Mühlen. Um das Wasser als Antriebskraft nutzen zu können wurden diese an geeigneten Stellen an fließenden Gewässern errichtet wie auch die Mühle in Eckstedt.
Die Mühle von Eckstedt, erstmalig erwähnt 1574, stand wohl schon an der gleichen Stelle des noch heute vorhandenen Mühlgebäudes.
Die Gramme hatte früher einen völlig anderen Verlauf. Sie lieferte das Wasser für den damaligen Brauteich und das Brauhaus.
Über den Verlauf des Flusses und die von Menschenhand geschaffenen Wasserläufe Gräben und Wehre sowie zur Mühlentechnik folgen weitere Beiträge.

Zeitgeschichtliche Angaben zur Wassermühle:
1574 Ersterwähnung der Mühle
Die Vitzthums besitzen Eckstedt mit dem Rittergut (Wasserburg) und die Mühle.
1650 Das Besitztum und die Gemeinde Eckstedt gehen von den Vitzthums an die Familie von Mandelsloh über.
1719 Die Mühle brannte ab.
1744 Einen Einblick in den Wert des Gutes bietet ein Pachtanschlag über die Mühle. "... = 250 Rthr. von der Mühle mit 2 Gängen so jährlich 10 1/2 Mtr. Korn, 4 1/2 Mtr. Gerste, 4 Malzer Kleie und 30 Gulden zum Pachtzins..."
1759 Wilhelm Moritz von Mandelsloh verpachtet die Mühle an Johann Bernhard Nußpicker
Der Ausdruck "Rittergutszwangsmühle" wird geprägt. Sogenannte Zwangskunden (Markvippach und Eckstedt) durften nur in dieser Mühle mahlen lassen.
1767 Pächter der Mühle wird Johann Adam Puffert.
1818 Wilhelm Heinrich Koch aus Großrudestedt wird Pächter.
1821 Carl Markscheffel kauft die Mühle.
1825 Am 21. Februar abends gegen 22:00 Uhr brannte an der Mühle ein baufälliger Schuppen.
1848 Der Mahlzwang wird aufgehoben. Die Mühlen kommen in den freien Wettbewerb. Durch den Dampfbetrieb und die elektrische Kraft entstanden größere Mühlbetriebe.
1915 Die Mühle wird von dem Besitzer Robert Voß an Jakob Sauerwein verkauft.
1931 Werner Sauerwein übernimmt die Mühle von Jakob Sauerwein. "...Kurt Strempel pachtet die Mühle"
1954 Die Mühle ist noch in Betrieb. Mehl, Schrot und Quetschgut werden gemahlen. Anfang der 60er Jahre wird nur noch Quetschgut und Schrot hergestellt. Hauptkunde wird die LPG.
1945 Enteignung des Gutsbesitzers Harnisch im Zuge der Bodenreform. Sowjetische Truppen nehmen das Schloss ein.
1968 Der Mühlenbetrieb wird eine kurze Zeit durch die LPG betrieben und schließlich gänzlich eingestellt.
1970 Im Januar 1970 stirbt der Müllermeister Kurt Strempel. Seine Witwe zieht 1971 nach Erfurt.
Quellen:
   Chronik der Gemeinde Eckstedt
 Heimatglocken
 Herr Wolfgang Merten, Salomonsborn

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Das Mühlengebäude, heute in Privatbesitz als Wohnhaus genutzt.

 

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